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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0002116

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Untertitel: die elektrozeitschrift der nationalen anarchie; nationalanarchistische Stromzeitschrift (ab Nr.7); nA-Stromzeitschrift. Stimme des ultralinken Flügels im nationalen Widerstand (Nr.15-16); Stimme des ultralinken Flügels im nationalen Widerstand (Nr.21)
Einzeltitel: Unmenschliches Vorgehen gegen Andreas Röhler! (Sonderausg. vom 9. Aug. 2001)
Redaktion: Peter Töpfer
Ort: Berlin
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1999) - Jg.7 (2005) (?)
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1999), Nr.1 (28. Nov.)
Jg.[2] (2000), Nr.2 (7. Febr.), 3 (25.05.), 4 (31. Aug.), 5 (31. Okt.)
Jg.[3] (2001), Nr.6 (April), 7 (Juni), Sonderausg., 8 (Okt.)
Jg.[4] (2002) - Jg.[5] (2003), keine Ausg. erschienen
Jg.[6] (2004), 9 (Febr.), 10 (April), 11 (Juni), 12 (Juli), 13 (Aug.), 14 (Sept.)
Jg.[7] (2005), 15 (März), 16 (April), 17 (1. Mai), 18 (18. Mai), 19 (Aug.), 20 (Sept.), 21 (Okt.)

Erscheinungsweise: unregelmäßig
Typographie: HTML
Format: eMail
Bemerkungen: Peter Töpfer gehört zur rechten Szene. Gemeinsam mit Andreas Röhler gibt er seit 1995 im Verlag der Freunde das Magazin "Sleipnir" (benannt nach dem achtbeinigen Roß des germanischen Heldengottes Odin) heraus, das wegen Verbreitung neonazistischer Propaganda und Verdacht auf Volksverhetzung mehrfach beschlagnahmt wurde. In diesem Blatt kommen bekannte Vertreter der "Auschwitz-Lüge" (Fred Leuchter, Gerd Honsik, Germar Rudolf) und osteuropäische Rechtsextremisten (Tomislaw Sunic aus Kroatien, Alexander Barkaschow aus Russland, Tomasz Gabic aus Polen) zu Wort. Daneben werden auch Artikel von Personen aus dem linken Spektrum veröffentlicht, zumeist ohne Wissen oder gegen den Willen der Verfasser. Diese Querfrontstrategie verfolgt Töpfer primär im anarchistischen Umfeld, wo er in Analogie zum Nationalbolschewismus einen Nationalanarchismus kreieren will. Der Anarchismus wird dabei von Töpfer zur absoluten Freiheit des Stärkeren umgedeutet und so zum Beispiel gegen Flüchtlinge argumentativ verwendet: "Ich als Anarchist brauche überhaupt keine Rechtfertigung. [...] Und ich [...] entscheide ganz einfach und vouverän, u.a. dass ich unter meinesgleichen leben möchte. [...] Ich habe keinen Bock auf 'Asylanten' aus aller Herren Länder: So einfach ist das." (zitiert nach Nowak, s.u.)
Diese Ideologie wird auch in der "elektrozeitschrift der nationalen anarchie" vertreten. In der "aussendung nr. 1, 28. november 1999" werden u.a. die folgenden Themen angesprochen:
- Welthandelsorganisation WTO in Seattle (USA): "In Deutschland ist vom weltweiten Kampf der Menschen um Autonomie und gegen die Globalisierung noch kaum etwas zu spüren. Weltweiter Schulterschluß von Bauern und Autonomen jetzt! Kampf dem Globalimperialismus der Gierigen! Heimat verteidigen!"
- Der Angriff Frankfurter "Antifaschisten" auf Horst Mahler. Dokumentation einer Kommunikation
- Agnostische Front! Horst Mahler, Gott und weltliche Herrschaft. Zur Kritik an Horst Mahlers reaktionären Positionen
- Christoph Schlingensiefs "2. Internationaler Kameradschaftsabend" an der Volksbühne Ostberlin
- Konzept der national-anarchistischen Finanzguerilla.Überfälle auf Banken sind out, Sturm auf die Börse ist in
Titel, Untertitel und der Zusatz "aussendung nr.1" sind jeweils in schwarz, rot und gold (gelb) gehalten.
Im Widerspruch zum Anarchismus befindet sich Töpfer auch mit seiner Forderung nach einer Zwangsregulierung durch den Staat hinsichtlich ökologischer Fragen: "Der Staat ist Aufhalter des Chaos und muß als solcher gewürdigt werden. In der fatalen Entwicklung des Menschen heraus aus der Natur, seiner Verkünstlichung und Entfremdung, muß es künstliche, d.h. Zwangsregularien geben. [...] Und eine Abkehr von all den genannten unheilvollen Zuständen [insbesondere ökologischer Art] kann nur mit dem Staat, z.B. seinem Ministerium für Volksbildung geschehen." (Töpfer, Peter: Nationale Anarchie und nationaler Anarchismus im Vergleich. - In: Internet: www.nationale-anarchie.de unter "Grundsätzliches")
Ab Anfang 2001 gibt es zunächst die temporäre Ausweichadresse im Internet: www.chez.com/nationalanarchisten, da die Domain www.nationale-anarchie.de zwar noch besucht, aber nicht mehr aktualisiert werden kann. In Nr.7 (Juni 2001) wird folgende Angabe gemacht: "www.nationale-anarchie.de, dort 'NEUE SEITE' klicken."

Repression: "Am 7. Dezember 2000 gegen 10.00 Uhr verschaffte sich ein etwa sieben Mann starker Trupp von Polizisten Zugang zur Wohnung von Peter Töpfer.
Der Richter am Amtsgericht Berlin-Tiergarten Schmidt hatte die Durchsuchung mit der Begründung angeordnet, Beweismittel dafür zu finden, daß Peter Töpfer für die Internetseiten 'www.nationale-anarchie.de' verantwortlich ist und dort einen Verweis auf die Religionsgemeinschaft Falun Dafa angebracht habe." (eMal von "Komitee Töpfer Falun Dafa" vom 29.12.2000)

Standort: DadA Köln: Nr.1-8
Literaturhinweise: Hugin und Mugin: Links? Rechts? - Revolutionär! Die nationalrevolutionäre und antisemitische Zeitschrift Sleipnier sucht das Bündnis mit der deutschen Linken. - In: Jungle World vom 10. März 1999; "Nationale Anarchie" - ernst zu nehmen? Interview mit Peter Töpfer. - In: eigentümlich frei (2001), Nr.14, S.34-36; Nowak, Peter: Schwarz-Rote Fahne. "Sleipnir"-Herausgeber Peter Töpfer kreiert einen braunen Anarchismus (http://www.bnr.de/aktuell/aktext2.htm); Ritt durch Odins Welt. Mit Sleipnir versucht Andreas Röhler ein Netz der Holocaust-Leugner aufzubauen. - In: Jungle World vom 10. März 1999
Quellen: Autopsie DadA Köln: Nr.1-8; eMail vom 29.01.2000 u. 29.12.2000
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: Kuriosa; Anarcho-Nationalisten
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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