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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0001895

KlaroFix

Untertitel: Leipziger Kampfblatt für Freizeit und Erholung (Nr.0); Von der Wiege bis zur Bahre. Ein Leidfaden für den politisch korrekten Alltag; 40 Jahre ham'se uns betrogen. Jetz' betrügen wir euch!; Wesentliche Informationen für Leipzig und vom anderen Ende des Universums; Keine Experimente mehr! Wohlstand für alle!; Und zack - da sind wir wieder! Die Luftwaffe fliegt! Zentralorgan der AG "Junge Piloten" Leipzig; News, Infos, Dates; Leipziger Kulturblatt mit kostenlosem Politanteil; Leipziger Erweckungsschrift für Ufologie und Nachrichtendienste (Jan. '99); Leipziger Monatsgazette für kompetente Randale, Oi, Finanzberatung (Febr. '99); Leipziger Zeckenmagazin
Einzeltitel: Klaronix. Magazin für Hirntod und Organspende, März 2002 (zum Ende von Klarofix, DIN A5, 4 S.)
Herausgeber: DRUCK HdD, c/o Vereinigte Linke (VL)
Ort: Leipzig
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.[1] (1993), Nr.0 (Juli) - Jg.[10] (2002), Febr.
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 1,- DM (1994); 2,50 DM (1999); 4,00 DM (2001)
Typographie: Offset
Format: DIN A5, ca. 50 - 90 S. (teilw. 1995-96); DIN A4, 60 - 80 S.
Beilagen: Einer für alle - Alle für einen! Carl Friedrich Goerdeler: Antisemit, Nationalsozialist, Monarchist, Militarist, 6 S.
Bemerkungen: "Klarofix bietet Gruppen, Personen und Organisationen ein monatliches Podium, um Informationen, Standpunkte und Diskussionsbeiträge zum politischen Geschehen in Stadt und Region über Themen jenseits der 'Aufbau-Ost' Jubelberichterstattung und jenseits der Kommerz- und Yuppiekultur einer breiten Öffentlichkeit anzubieten. Esöffnet sich vor allem Themen, die von anderen regionalen Medien ausgespart, verschwiegen oder verfälscht dargestellt werden, weil sie entweder nicht ins herrschende Meinungsbild passen, weil sie nicht den entsprechenden verkaufsfördernden Sensationscharakter besitzen, oder weil sie unbequeme Widersprüche und Problemfelder im gesellschaftlichen Alltag aufzeigen.
Klarofix begreift sich nicht als Zentralorgan einer konkreten politischen Gruppierung oder Organisation [...]." (Ausg. Jan. 99, S.3)
Die Zeitschrift entstand aus der Connewitzer Hausbesetzer- und Kulturszene in Abgrenzung zu der Leipziger Stadtzeitung KREUZER und anderen alternativen, linken oder antifaschistischen Blättern.
"Der Anspruch, der sich mit dem KlaroFix gesetzt wurde, war die Aspekte des Lebens in Leipzig zu begleiten, zu dokumentieren, zu kommentieren und zu beeinflussen." (Nr.1/99, S.33) Enstprechend "haben wir die Entwicklung der Connewitzer Hausbesetzerszene weiterverfolgt und dokumentiert." [...] "Artikel über Tierrecht, Anarchie, Homosexualität, Veganismus, Ernährung u.ä. standen für Thematiken, die uns selber beschäftigten und über die wir berichten wollten." (Nr.2/99, S.31)
Kennzeichnend für den eigenen politischen Standpunkt ist eine Ideologiekritik, die von dem Begriff der "Ostidentität - verstanden als antikolonialer Reflex" ausgeht. Gleichzeitig wird mit der "Diskussion unter Gleichen" als "Normativer Voraussetzung jeder Aufklärung" die Hoffnung verbunden, "in Ideologien brüchige Stellen als Ausgangspunkt dafür zu finden, diese Ideologien in Trümmer zu verwandeln". Gemeint sind hier insbesondere rechte bzw. nationalistische Ideologien. (nach: Emanzipation, Ideologie, Interessen und Ostidentität. - In: Klarofix (1999), Jan., S.12-15)
Darüber hinaus beteiligt sich die Redaktion im "Superwahljahr" 1994 an der N.I.C.H.T.-Wähler Initiative, um "die Sinnlosigkeit von Wahlen" deutlich zu machen. Es wird die Losung "Anarchie statt Deutschland" ausgegeben. Der Parteiwechsels zur Wahl 1998 wird darüber hinaus wie folgt kommentiert: "Doch für unsere Vorstellung von Politik, die Verantwortung nicht an Parlamente abschieben will, hat sich damit nur oberflächlich etwas verändert." (Nr.2/99, S.35)
Die Nr. 50 vom Febr. 1998 enthält u.a. eine Chronologie aus dem "Magdeburger Fascho-Alltag", einen Bericht zur Struktur der Dresdener Nazis, einen Artikel zu den StudentInnenprotesten in Leipzig.
In "Klaronix" wird im März 2002 die Einstellung der Zeitschrift wegen mangelnder Beteiligung bekannt gegeben. (gh)

Standort: LB Dresden: 1995,Apr.-Juni : SIGN.: Y. 4. 1468; TtE Köln: 1994: Feb., Okt., 1995: Okt., Nov., 1996: Febr., März, Mai, Juni, Sommer, Sept., Okt., Nov., Dez., 1997: Jan., März, Apr., Mai, Juni, Sommer, Sept., Okt., Nov., Dez., 1998: Jan., Febr., März, Apr., Juni, Juli, Sept., Okt., Nov., Dez., 1999: Jan., Febr.,März, Apr., Mai, Jul./Aug., Sept., Okt., Nov., 2000: März, Mai, Juni, Sommer, 2001: Mai, Juni, Erklärung zur Einstellung
ZDB-Ident.: 1240144-4
Literaturhinweise: Bei linken Chaoten in Dresden. - In: TAZ-Ost Nr. 3045 vom 28.02.1990, S. 5 (zur VL - Vereinigten Linken); Drücke: Zwischen, S.436-437; Jetz reden wir! Wir sagen alles! - In: KlaroFix (1999), Nr.1, S.30-39, Nr.2, S.30-35, Nr.5, S.60-66, Nr.9, S.44-51, Nr.10, S.34-35 (zur Geschichte der Zeitschrift)
Bibliographien: Drücke: Zwischen, Nr.2/226
Quellen: Autopsie DadA Köln: 1998: 6, 1999: 1-11, 2000: 3, 5-7/8, 2001: 5, 2001: 6
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: libertäre Inhalte; Hausbesetzung; Antifa; nichtanarchistisch; Linkes Umfeld
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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