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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0001859

APPD-Info

Herausgeber: Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD)
Redaktion: Helmut Rosen, Abteilung Gehirnwaesche der APPD
Körperschaften: Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD)
Verlag: Eigenverlag
Ort: Hamburg
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1998) - Jg.3 (2000) (?)
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1998), Nr.1 - 27 (21.9.), 28 (21.11.)
Jg.[2] (1999), Nr.?
Jg.[3] (2000), Nr.?

Erscheinungsweise: unregelmäßig, mehrmals wöchentlich nach Bedarf
Preis: kostenlos über Mailing-Liste
Typographie: ASCII
Format: eMail
Vorgänger: APPD-Newsflesh
Nachfolger: appd-news
Bemerkungen: Bei diesem Info der APPD handelt es sich um einen eMail-Versand, der über eine Mailingliste erfolgt. Nach dem Eintrag in diese Liste wird zunächst der folgende Begrüßungstext versand:
"Subject:APPD-WELCOME
************* DIE APPD-MAILING-LIST *****************
Wer oder was Du auch immer bist:
- APPD-Mitglied
- Sympathisanten
- Informationsgeier
- Parteifeind
- Voyeur
- Journalist
Wir begruessen Dich in dieser mailing list, in der Du stets in pogo-anarchistischen Dingen auf dem Laufenden gehalten werden wirst. Egal ob Anweisungen aus der Parteizentrale, Termine oder Neuigkeiten - Du wirst sie zuerst erfahren!
Wer Beitraege fuer diese mailing list schreiben will, sollte diese mit dem subject "mailing list" an kontakt@appd.de schicken!"
Zu den Zielen der APPD (aus: www.appd.de, 9/98):
"Was will die APPD?
- Ein kurzer Überblick -
Die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD) ist die Partei der Nichtwähler und Politikgeschädigten, des Pöbels und der Sozialschmarotzer. Sie wurde bereits 1981 in Hannover gegründet und hat bundesweit über 750 Mitglieder. Nach ihrem ersten überragenden Wahlerfolg bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen vom 21.9.1997, wo sie im Stadtteil St. Pauli aus dem Stand mit 5,3 Prozent viertstärkste Partei wurde, tritt die APPD nun zum ersten Mal bei den Bundestagswahlen an.
Die bekannteste Parole der APPD ist "Arbeit ist Scheiße!". Damit ist aber keineswegs gemeint, daß niemand mehr arbeiten soll. Die APPD hat aber erkannt, daß Arbeit und das Erringen von finanziellem Reichtum absolut miteinander unvereinbar sind und daher die Forderung "Euch die Arbeit - uns das Vergnügen!" geprägt. Also: Sollen doch diejenigen sich den Rücken krummschuften, die die Arbeit lieben und an sie glauben! Wir aber können das Leben auch ohne Arbeit genießen!
Die zweite große Parole der APPD ist "Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen!". Damit ist gemeint, daß für die APPD als Partei der Nichtwähler nicht die 5 Prozent-Hürde gilt - für die APPD reichen lediglich 0,5 Prozent, um mehrere 100.000 Mark Wahlkampfkostenhilfe zu bekommen. Geld, das die APPD restlos in einer Freibierfete verknallen wird. Damit jeder nach der Wahl sehen kann, was aus einer Stimme wird: ein Berg aus Blech und Müll... APPD-Stimmen zum Ankreuzen, Austrinken und Wegwerfen!
Mit allseits bekannten "Anarchisten" oder auch "Anarcho-Syndikalisten" hat die APPD rein gar nichts am Hut. Wir zünden keine Bomben, träumen nicht von Ackerbau und Viehzucht in einer selbstbestimmten Landkommune, auch nicht von einem selbstverwalteten Arbeiter- und Bauernparadies und sind keineswegs gegen Geld, Computer und Luxus. Genauso wenig wie "Nationalsozialisten", "Sozialisten" oder auch "Sozialarbeiter" aufgrund des Wortstammes gleich sind, ebenso wenig darf man dies mit "Pogo-Anarchie" und traditioneller "Anarchie" tun.
Nein, die APPD kämpft für ganz andere Ziele:
- Für das Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich!
- Für die Einführung der Jugendrente, Abschaffung der Altersrente!
- Für die Abschaffung der Schulpflicht!
- Für die kostenlose Verkabelung und totale Vernetzung aller!
- Für Errichtung der Mitfickzentralen!
- Für die Auflösung der Polizei!
- Für die Schließung aller Gefängnisse!
- Für die Legalisierung aller Drogen!
- Für das Verbot aller angemeldeten Demonstrationen!
Wie aber will die APPD diese Traumziele erreichen? Durch
- die ultimatimative und totale Rückverdummung der Menschheit!
- die Balkanisierung Deutschlands!
Deutschland soll dabei in folgende verschiedene Zonen und Erlebnisparks aufgeteilt werden:
- für Asoziale, Punker und Arbeitsscheue die "Asoziale-Parasiten-Zone" (APZ), in der der praktizierte Müßiggang das Lebensziel aller ist.
- für Leistungswillige, Ordnungsfanatiker sowie linke und rechte Spießer die "Sichere Beschäftigungs-Zone" (SBZ), deren Arbeitsleistung das gute Leben der Nichts-tuer in den APZs finanziert.
- für Gewaltverbrecher, Nazis u.a. gemeingefährliche Psychopathen die "Gewalt-Erlebnis-Parks" (GEP), wo diese Pogo-Rasse sich selbst überlassen wird und sich so eine eigenständige, abenteuerliche und ultra-brutale Gesellschaft aufbauen kann."
Am 6.11.2005 wird aufgrund interner Auseinandersetzungen zwischen Christo Grossmann und Karl Nagel um den zukünftigen Weg der Partei von Karl Nagel "die APPD auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen und in Hamburg feierlich die Pogo-Partei gegründet". (http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21313/1.html)

Repression: Im Vorfeld der Bundestagswahl 1998, an der auch die APPD teilnimmt, meldet die APPD Repression in Bayern:
"In Bayern haben die Ordnungsbehoerden einen unerklaerten Krieg gegen die APPD begonnen: APPD-Unterstuetzer werden von der Polizei vorgeladen und eingeschuechtert, der Datenschutz ignoriert, die APPD als "verbotene Partei" verleumdet."

Internet: http://www.appd.de
Standort: DadA Berlin; DadA Köln: Nr.4-5, 15-28
Literaturhinweise: APPD: Die Partei hat immer recht. Die gesammelten Schriften der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands. Archiv der Jugendkulturen, 1998. 142 S.
Quellen: Autopsie DadA Köln: Nr.4-5, 15-28
Publikationsform: Elektronisches Periodika, Netzpublikation, E-Mail-Abonnement
Libertärer Bezug: Pogo-Anarchisten; anarchistische Tendenzen
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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