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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0001080

SKLAVEN

Untertitel: Sprachrohr der Loe Bsaffot (Nr.0-11); Migranten, Nekromanten, Kombattanten (Nr.12); Migranten, Nekromanten, Kombattanten (Nr.13) [weiter wechselnd]; Migranten, Briganten, Kombattanten (Nr.25-43)
Einzeltitel: Die letzten Sklaven (Ausg. Juni/Sept. 1999); Gesamtregister Mai 1994 - Dez. 2001
Herausgeber: Loe Bsaffot (Nr.0-3); Ibs (Nr.7-34)
Redaktion: Stefan Döring, Annett Gröschner (Nr.3-43), Andreas Hansen (Nr.35-43), Wolfram Kempe (Nr.3-35), Bert Papenfuß (bis Nr.43), Thomas Martin (Nr.42-43), Stefan Ret (bis Nr.43), Klaus Wolfram (bis Nr.43); ab Nr.44: Stefan Döring, Thomas Martin, Stefan Ret, Klaus Wolfram
Körperschaften: Loe Bsaffot, Berlin
Verlag: Verlag, Herstellung und Auslieferung: BasisDruck Verlag GmbH, Schliemannstr. 23, 10437 Berlin; Veranstaltungsort und Kommissariat: Torpedokäfer, Druckerstr. 69, 10437 Berlin
Druck: Klaus Regel; BasisDruck
Ort: Berlin
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1994) - Jg.6 (1999), 52 Ausg.
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1994), Nr.0 (Mai), 1 (Juni), 2 (Julei), 3 (Aujust), 4/5 (Sept./Okt.), 6 (Nov.), 7 (Dez.)
Jg.[2] (1995), Nr. 8/9 (Jan./Febr.), 10 (März), 11 (Apr.), 12 (Mai), 13 (Jun.), 14/15 (Jul./Aug.), 16 (Sept.), 17 (Okt.), 18 (Nov.), 19 (Dez.)
Jg.[3] (1996), 20/21 (Jan./Febr.), 22 (März), 23 (April), 24 (Mai), 25 (Juni), 26/27 (Juli/Aug.), 28 (Sept.), 29 (Okt.), 30 (Nov.), 31 (Dez.)
Jg.[4] (1997), Nr.32/33 (Jan./Febr.), 34 (März), 35 (Apr.), 36 (Mai), 37 (Juni), 38/39 (Juli/Aug.), 40 (Sept.), 41 (Okt.), 42 (Nov.), 43 (Dez.)
Jg.[5] (1998), Nr.44 (Jan./Febr./März), 45 (April), 46 (Mai), 47 (Juni), 48 (Juli/Aug.), 49 (Sept./Okt.)
Jg.[6] (1999), Nr.50 (Nov./Mai), [51] (Juni/Sept.)

Erscheinungsweise: monatlich
Auflage: 1000
Preis: 5,- DM; 68,- DM (Jahresabo incl. Porto)
Typographie: Offset
Format: DIN A4
Rubriken: Sklaven Markt (Veranstaltungen)
Beilagen: Land und Freiheit Nr.8 (in Nr.12); "Sklaven seit Mai 1994 monatlich" (in Nr.13, ein Blatt); Sklaven Markt (A4-Blatt mit Ankündigungen von Veranstaltungen, in Nr.24); Kriegsbericht aus dem Plauenschen Grund! Das Gebot der Stunde heißt: Krieg dem besitzenden Bürgertum! (Nachdruck eines Plakats vom "Aktions-Büro der roten Armee, Zweigstelle Dresden, im Januar 1922, Das revolutionäre Tribunal, Abteilung der Gewalt" im Format DIN A2, in Nr.31); Sklaven-Pamphlete (Anzeige einer Schriftenreihe, 1 Blatt A4, in Nr.35); ab Nr.44 jeweils ein Kunstdruck
Nachfolger: SKLAVEN Aufstand (abgespalten ab Nr.44); GEGNER
Bemerkungen: Zeitschrift aus dem östlichen Teil von Berlin, die in ihrem Titel "SKLAVEN" auf ein Zeitschriftenprojekt des Schriftstellers Franz Jung aus dem Jahr 1927 Bezug nimmt. Der von Franz Jung gewählte Titel erklärt sich aus einem Aufsatz, in welchem er für die Wiedereinführung der Sklaverei eintritt: "Der Mensch, der als Ware behandelt wird und als Arbeitsinstrument, erfordert eine weit größere pflegliche Behandlung als der Mensch als gleichberechtigtes Individuum, gegen den der Mitmensch völlige Ellenbogenfeiheit einzusetzen in der Lage ist." Der Untertitel "Loe Bsaffot" (e mit zwei Punkten wie ä) kommt aus dem Rotwelsch und bedeutet falsches Siegel, falscher Brief, gefälschte Dokumente.
Obwohl nicht der Anspruch erhoben wird, den Anarchismus zu vertreten, finden sich viele Bezüge zur libertären Bewegung u.a. durch die enge Verbindung zu den Künstlern am Prenzlauer Berg, die ein großangelegtes Freigeld-Experiment veranstaltet haben. Initiiert wurde dies von dem "Ostanarchisten" (Der Spiegel, 1996, Nr.25, S.168ff.) Bert Papenfuß, der nach der Beschäftigung mit Gesell die Projektgruppe loe Bsaffot gründete und ein "Strategiepapier" an 65 KünstlerInnen schickte, mit der Aufforderung "Knochengeldscheine" herzustellen. Die zusammen mit andern Aktionskünstlern gegründete Dezentralbank gab vom 10.11. - 10.12.1993 die eigene Währung "Knochengeld" aus. Gleichzeitig wurde eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Schwundgeld" durchgeführt. Im Mai 1994 publizierten die Initiatoren die Nullnummer der "Skalven".
Neben Erstabdrucken von Franz Jung, Erich Mühsam und Ernst Fuhrmann finden sich auch literarische Beiträge von Papenfuß oder Kapielski. In verschiedenen Aufsätzen befassen sich die Autoren mit Problemen der "Nach-Wende" und setzen sich kritisch mit der Geschichte der DDR-Opposition auseinander. Die Nr.31 bringt einen Artikel von Hans Peter Gansner zu "Richard Wagner und der Anarchismus".
Die Ausgabe Nr.44 aus 1998 erscheint im März nach dem Ausscheiden einiger Redaktionsmitglieder mit der Erklärung: "Die hier verbliebene Redaktion (Stefan Döring, Thomas Martin, Stefan Ret, Klaus Wolfram) wird versuchen, das zu verstärken, was SKLAVEN bisher ausgemacht hat: kontrovers und unterhaltsam zu sein innerhalb eines erweiterten Literatur- und Politikbegriffs. Das bedeutet in schwierigen Zeiten der Richtungsfindung inhaltlich und ästhetisch konsequentere Hefte." (Brief an die Abonnenten, in Nr.44)
Zu den Unterschiden zwischen SKLAVEN und SKLAVEN AUFSTAND befragt äußert sich Bert Papenfuß: "Es gibt durchaus politische Unterschiede. BasisDruck sind eher die behäbige,ästhetisch und auch politisch konservative Redaktion. Der Aufstand präferierte schon in der damaligen Gesamtredaktion Arbeiten aus einem sozusagen anarchistischen Umfeld, während von der anderen Seite vor allem traditionell-marxistische Beiträge kamen." (Gespräch in: Jungle World, 29. April 1998)
Ausgabe Juni/September 1999 unter dem Titel "Die letzten SKLAVEN" (im alten layout):
"Die letzten SKLAVEN werden GEGNER
Mit der vorliegenden Nummer endet das Erscheinen der kulturpolitisch unverwechselbaren und kommerziell verdienstlosen SKLAVEN, die hielt, was sie versprach. Die im Januar 1998 vollzogene Spaltung der 1994 gegründeten Zeitschrift SKLAVEN in SKLAVEN und SKLAVEN AUFSTAND hat sich im Zuge der Überwindung der Krisis des Radikalen als Schnörkel erwiesen. Sachzwände und andere Vorwände beschleunigten die Stagnation und leisteten infolge der Verkennung der Gefahr der Staatsräson Vorschub.
Der Versuch, Aufstände in die Länge zu ziehen, ist ein Unding. [...]
Der GEGNER vollzieht den scharfen Schnitt ohne Wenn mit links. Gegnerschaft ist systemfeindlich - streng, nüchtern, berechnend. Der Literaturarbeiter ist im Gegensatz zum Schriftstelle kein Mörder, sondern Agent einer unamerikanischen Zukunft. Der Effizienz von Bombardements halten wir gestaltete Mißwirtschaft entgegen.
RAN AN DIE EIGENTUMSVERHÄLTNISSE!" (S.1)

Beiträger: Knoblauch, Jochen; Kramer, Bernd
Internet: http://www.basisdruck.de/index.php?cPath=14
Standort: IDA Amsterdam: SIGN.: ZK 43555 id; BdF Berlin: Nr.17, 31; AFAS Duisburg: 1994,Nullnr., 1.1994-22.1996 - : SIGN.: 82.III.45; SB Berlin: 1995,8/9 (Jan./Febr.) - : Pol 1 ZB 1840; BFU Berlin: 1994 -; DadA Köln: Nr.0-51; UB Leipzig: 1.1994 - : 97-3-365 / Zw1; DLA Marbach: Nr. 0.1994 - : Y; DBZ Stuttgart: 1994,3 - : SIGN.: DZ 911
ZDB-Ident.: 1291932-9
Literaturhinweise: Baumann, Rembert: Weiterhin liegt vieles im Unklaren, S.132; Die Berliner Sklaven und die "wahren Revolutionäre". - In: direkte aktion <Hamburg> (1998), Nr. 127, S.12 (Kritik an dem Auftritt Kostenkos auf einer Sklavenmarktveranstaltung); Drücke: Zwischen, S.461-464; Höge, Helmut: Berliner Berg-Parteien im Auf und Ab. - In: TAZ-BERLIN Nr. 4370, Seite 19 vom 21.07.1994; Klopotek, Felix: Die Macht wird runterkommen. - In: StadtRevue. Köln Magazin (2002), Nr.2, S.22-24; Meister, Martina: Genug gefeudelt! Vom Ende und der Neuerfindung der Literaturzeitschrift "Die Sklaven". - In: Frankfurter Rundschau vom 12.08.1999; Sklaven? Sklaven-Aufstand! Gespräch mit den Redaktionsmitglidern der Zeitschrift Sklaven Aufstand. - In: Jungle World vom 29. April 1998
Bibliographien: Drücke: Zwischen, Nr.2/378; Molli (1995), Nr.11, S.23; Verzeichnis der Alternativmedien 1997/98
Quellen: Autopsie DadA Köln: komplett
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: libertäre Inhalte; anarchistische Tendenzen
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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