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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0001014

Die Beute

Untertitel: Politik und Verbrechen. Zeitschrift für die politische und kulturelle Opposition; Halbjahresschrift für Politik und Verbrechen (ab 1998, Neue Folge)
Herausgeber: Verein Die Beute; Andreas Fanizadeh und Roberto Ohrt (ab 1998, Neue Folge)
Redaktion: Sabine Grimm (V.i.S.d.P., bis 1997)
Körperschaften: Verein Die Beute, Frankfurt a.M.
Verlag: ID-Archiv; ID-Verlag (ab 1998, Neue Folge)
Ort: Berlin
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1994) - Jg.6 (1999), Nr.4 NF
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1994), Nr.0, 1 (Frühjahr), 2 (Sommer), 3 (Herbst), 4 (Winter)
Jg.[2] (1995), Nr.5 (Frühjahr), 6 (Sommer), 7 (Herbst), 8 (Winter)
Jg.[3] (1996), Nr.9 (Frühjahr), 10 (Sommer), 11 (Herbst), 12
Jg.[4] (1997), Nr.13 (Frühjahr), 14 (Sommer), 15 (Winter)
Jg.[5] (1998), Neue Folge, Nr.1, 2
Jg.[6] (1999), Neue Folge, Nr.3, 4

Erscheinungsweise: vierteljährlich; halbjährlich (ab 1998, Neue Folge)
Auflage: 5000
Preis: 14,- DM; 28,00 DM (1998)
Typographie: Offset
Format: 23 X 15,6 cm
Vorgänger: DISKUS
Nachfolger: Subtropen
Bemerkungen: Zum Selbstverständnis aus dem Editorial der Nr.1:
Einleitend werden zunächst die Schwächen linker Politik beklagt, die sich auch auf eine "zerklüftete Publikationspraxis" ausgewirkt hätten: "Akademisch orientierte Theoriezeitschriften erschienen neben regionalen Stadtmagazinen und lokalen Szeneblättern, letzte Parteipublikationen neben einzelnen linken Monats-, Wochen- oder Tageszeitungen von überregionaler Bedeutung. [...] Ohne direkten politischen Zusammenhang trifteten die Projekte einer linken Gegenöffentlichkeit auseinander und verloren den Kontakt zu den politisch Aktiven wie zu den subkulturellen Szenen. [...] In wenigen Zeitschriften und Magazinen, die die achtziger Jahre überlebten, ohne in das Zeitgeist- und Kulturgeschwätz abzukippen, haben sich Formen linker Gegenöffentlichkeit erhalten, die über die Tagespresse hinaus Informationen und Einschätzungen liefern können." Dafür beispielhaft werden autonome Antifa-Gruppen und die Kunst- und Musikszene genannt, wo sich ein "neues Interesse an politischem Engagement gegen die gesellschaftliche Rechtsentwicklung, das die eigenen Medien und Ausdrucksmöglichkeiten mit einbezieht", entwickelt.
Weiter heißt es zur Intention der eigenen Zeitschrift: "In diesem Kontext ist auch das Zeitschriftenprojekt Die Beute entstanden. Es beinhaltet den Versuch, Beiträge von politischen AktivistInnen und Intelektuellen in einer Zeitschrift erneut zusammenzubringen, das Bestreben, Theoriebildung in den Zusammenhang politischer Praxis zu stellen und die Praxis theoretischer Kritik auszusetzen, und das Bemühen, die Kommunikationslosigkeit zwischen der politischen und der künstlerischen Opposition aufzuheben."
Zur Frankfurter Buchmesse ist bereits im Herbst 1993 eine "Einstiegsbroschüre" mit exemplarischen Texten erschienen.
Nach der Pleite der Verlagsauslieferung Rotation wurde die Edition ID-Archiv 1998 zu ID Verlag, der nichts mehr mit dem ID-Archiv beim IISG in Amsterdam zu tun hat, und die Zeitschrift erscheint nunmehr in "neuer Folge". Damit verbunden war eine Spaltung der Redaktion. Da die Zeitschrift mit Chefredaktion weitergeführt werden soll, erklärten einige Redakteure ihren Austritt mit der Begründung: "Linke Politik beinhaltet für uns, (schon in der Gegenwart) antiautoritäre Strukturen zu schaffen und auch zu ertragen." (Die Beute, Neue Folge, Nr.1, S.228)
Zur neuen Folge heißt es in Nr.1 (1998). S.8:
"Das neue Gesicht der Beute verdankt sich neben der inhaltlichen Ausrichtung auf ein zentrales Thema auch einem neuen Gestaltungskonzept. Die Bildbeiträge für die Neue Folge unterliegen weniger einem dokumentarischen oder strikt textgeleiteten Prinzip und treten daher eher eigenständig auf. Daß sich nun vertsärkt 'Kunst' in der Beute findet, ist also keinsewegs dem Thema dieser Ausgabe geschuldet und wird sich folglich nicht auf diese beschränken."
»Die Zeitschrift Die Beute ist unlängst ins Koma gefallen. Nach kurzem Aufenthalt auf der Intensivstation konnte der Patient gerettet werden. Konkurs der alten Auslieferungsfirma, Schicksalsschläge und Folgen der Standortbestimmung führten erstmal zum Produktionsstillstand. Im Umfeld der Wohlfahrtsausschüsse als Fachzeitschrift für Politik und Verbrechen gegründet, wollen die Macher den Draht zwischen einer radikalen Linken und den Aktivistinnen der Subkultur wieder zum Glühen bringen. ... Die Behandlung wird also fortgeführt! Mit der Ausgabe Kunst und Politik 1: Subversion des Kulturmanagements kommt sie quasi mit neuem Körper und neuem Konzept in engagierte Buch- und Plattenläden.« Spex (s. Internetadresse von Beute)
Anlässlich der Einstellung wird zunächst die Funktion der Zeitschrift kurz wie folgt umrissen: "Die Beute [...] wollte der Neuformulierung einer autonomen und radikalen Gesellschaftskritik Material und Argumente liefern." Zur Einstellung selbst heißt es: "Über die Mitte der neunziger Jahre hinweg wurde Die Beute selbst zu einer singulären Position; sie verlor, begleitet vom Streit um Positionen und Prätentionen, die Funktion, einem größerem Zusammenhang als Instrument zu dienen. [...] Die redaktionelle Tätigkeit geriet unter Druck; Trennungen waren die Folge. [...] So schien es schließlich naheliegend, die Zeitschrift einzustellen." (Transition. Von der Beute zu den Subtropen. - In: Subtropen (2001), Nr.1, S.8)
Mit der Zeitschrift "Subtropen" wurde ein Nachfolgeorgan gegründet, dass ab Mai 2001 als monatliche Beilage zur Wochenzeitschrift Jungle World erscheint.

Standort: IDA Amsterdam: SIG.: ZO 41627 id; BdF Berlin: 1994: 2, 1995: 2, 4, 1996: 1-2, 4; SB Berlin: 1994 - : SIGN.: ZA 930; SUB Frankfurt a.M.: 1994,1 ff. : SIGN.: Zs 21516; DadA Köln: Einstiegsbroschüre, 1993, NF Nr.3; BSB München: 1994 - : SIGN.: Z 94.369 / Hbzs 517-1=Neueste Hefte; UB Siegen: Nr. 0.1994 - : SIGN.: S 30-46 B 39; DBZ Stuttgart: 1994 - : SIGN.: DZ 863
ZDB-Ident.: 1191268-6
Literaturhinweise: 20 Jahre radikal, S.193; Geteilte Beute. - In: Apoplex (1998), Nr.36, S.9
Bibliographien: Verzeichnis der Alternativmedien 1997/98
Quellen: Autopsie DadA Köln: Neue Folge, Nr.1-3
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: nichtanarchistisch; Linkes Umfeld; Sekundärzeitschrift; Postautonom
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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