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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0000888

Kölsche Klüngel

Untertitel: Kölner Info linker Leute
Redaktion: Fritz Sternberg; M. Dietrich (Nr.8-12)
Verlag: Selbstverlag
Ort: Köln
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1974) - Jg.3 (1976), Nr.13 (1980: Nr.14, satirische Nostalgie-Nummer)
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1974), Nr.1 (Mai), 2 (Jun.), 3 (Jul.), 4/5 (Sep.), 6/7 (Nov.)
Jg.2 (1975), Nr.8 (Jan.), 9 (März), 10 (Mai), 11, 12 (Sep.)
Jg.[3] (1976), Nr.13 (Jan.)
Jg.[4] (1977) - Jg.[6] (1979), keine Ausg. ersch.
Jg.7 (1980), Nr.14 (satirische Nostalgie-Nummer)

Erscheinungsweise: monatlich; unregelmäßig
Preis: 1,20 DM
Typographie: Offset
Format: DIN A4
Beilagen: Klarer Kurs. Ortsbeilage Köln, Rosenmontag, 10.2.1975 (ein Blatt in Nr.9)
Bemerkungen: Ursprünglich wurde die Zeitschrift gegründet als Diskussionsorgan der linken undogmatischen Gruppen, Grüppchen und Einzelkämpfer, die zu keiner Partei gehören:
"der inhalt dieser zeitung soll von kölner linken leuten bestimmt werden, von den gruppen, von einzelnen. wir wollen
- nachrichten aus, um und über köln verbreiten (und nicht nur linke),
- zur lage in betrieben und stadtteilen berichten,
- wichtige überregionale nachrichten kurz mitteilen,
- theoretische fragen diskutieren, wobei alle meinungen zu wort kommen sollen,
- gruppen sollen sich und ihre arbeit vorstellen oder sich sonst äußern." (Warum wir dieses Blatt machen! - In. Nr.1, S.2)
Dieses Konzept wurde bereits in den ersten Nummern diskutiert und kritisiert. Vermißt wurde vor allem eine klare politische Linie, da die "nichtzugehörigkeit zu einer partei [...] noch kein blankoscheck für richtiges politisches handeln" ist. Es wurde eingeschätzt, daß die Zeitschrift "grundsätzlich vor zwei möglichkeiten (steht), die beide sackgassen sind: entweder sie läßt nur die gruppen selbst zu wort kommen oder sie beschreibt nur die gruppen". (s. Nr.3, S.4) Bereits in Nr.8 wurde dann unter der Überschrift "Wir wollen uns ändern (Euch auch)" ein neues Konzept vorgestellt. Die Zeitschrift wurde nunmehr von dem aus dem "Kölner Komitee gegen die Isolierhaft" hervorgegangenen Sponti-Plenum gemacht, wobei in Schwerpunktnummern insbesondere die folgenden Diskussionspunkte behandelt werden sollten:
"1) Zentrum und Sponti-Plenum;
2) die Krise und ihre Folgen;
3) SPD-Politik und Reformismus in Köln (Stadtteilarbeit);
4) Knastarbeit;
5) Organisationsmöglichkeiten im Betrieb / Gewerkschaftsfragen." (s. Nr.8, S.3)
Bis zur Nr.13 dominierten die Themen Betriebs- und Stadtteilarbeit, wobei Aktionen gegen eine damals geplante Fahrpreiserhöhung der Kölner Verkehrsbetriebe eine besondere Rolle spielten. Die Zeitschrift wurde mit der Nr.13 eingestellt. Nach über drei jähriger Pause erschien die Nr.14 mit dem Untertitel: "älteste noch erscheinende Stadtzeitung Köln's". Es handelte sich um einen satirischen Rundumschlag gegen die linke Alternativpresse mit nachempfundenen Impressum, Editorial, Leserbriefen, Kleinanzeigen, Meldungen und Artikeln auf insgesamt acht Seiten.
Ab der ersten Nummer wird auf der Titelseite jeweils das Kölner Stadtwappen in leicht abgewandelter Form als Kennzeichen abgedruckt. Unter den drei Kronen sind die elf Flammen, die die elftausend Jungfrauen symbolisieren sollen, durch elf Sponti-Fäuste ersetzt, so daß das Wappen sozusagen zu einem kölner "Sponti-Logo" umfunktioniert wurde.

Standort: AFAS Duisburg: 11.12.1975, 13.1976. : SIGN.: 27.III.20; Köln Archiv: 1-9, 11-14; TtE Köln: Nr.1-10, 12
ZDB-Ident.: 2497983-1
Quellen: Autopsie DadA Köln: Nr.1-14
Publikationsform: Zeitschrift, Infoblatt
Libertärer Bezug: Hausbesetzung; Spontibewegung; anarchistische Tendenzen
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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