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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0000453

Schwarze Witwe <Osnabrück>

Untertitel: Anarchistische Zeitung für Osnabrück
Körperschaften: Föderation Anarchistischer SchülerInnen und StudentInnen (FASS)
Ort: Osnabrück
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1987) - Jg.3 (1989) (?)
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1987), Nr.1, 2
Jg.[2] [1988], Nr.3
Jg.[3] (1989), Nr.4 - (?)

Preis: 1,- DM
Typographie: Fotokopie; Offset
Format: DIN A5; DIN A4 (Nr.3), ca. 50 S.
Bemerkungen: "Die Idee zur Zeitung ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, die Themen, an und zu denen wir gerade arbeiten nach außen zu tragen - möglichst viele Leute damit zu konfrontieren.
Dabei geht es uns weniger darum eine 'Debatte zu führen, die die Bewegung wer weiß wie weiter bringt' - als vielmehr eineÖffentlichkeitsarbeit zu betreiben, die interessierte Leute nicht sofort durch die komplizierte Sprache und das Detail abschreckt." (Nr.3, S.2)
Zum politischen Selbstverständnis und zum Entstehen der Zeitschrift heißt es in "Wer wir sind und was wir wollen" (Nr.3, S.4-10) unter anderem:
"Was uns trennt von anderen sozialistischen und kommunistischen Gruppen ist, daß wir nicht die 'Diktatur eines Proletariats', also die Eroberung, sondern im Gegenteil, die Beseitigung jeder HERRschaft wollen. [...]
Freiheit hat einen Namen - es ist der Anarchismus - es ist der Glaube an die Selbstorganisation, an eine Gesellschaft in der Menschen sich selbst regieren, das heißt die Schaffung von sozialen wirtschaftlichen Strukturen von unten nach oben auf der Grundlage autonomer Föderation von Kommunen und Betrieben ohne Bürokratie und Regierung. [...]
Die Geschichte der Witwe läßt sich wohl am sinnvollsten in drei Abschnitte einteilen.
Die Entstehungsphase beginnt an der Uni im Sommer 85. Was als ein Versuch weniger Einzelpersonen begann, nämlich eine anarchistische Gruppe an der Uni aufzubauen, weitet sich schnell aus. Immer mehr Leute aus nicht-Uni-Kreisen stoßen zur Gruppe, wollen nicht über Hochschulpolitik reden, sondern wollen 'revolutionäre' Politik entwickeln und betreiben. [...] Die zweite Phase ist die der 'kritischen Reflektion'.
Über 3000 Anarchisten und Anarchistinnen treffen sich im April 87 in Frankfurt auf den 'Libertären Tagen', um gnadenlos subversiv den Umsturz vorzubereiten. Auch wir waren dabei - viel Selbstkritik wurde geübt an der Bewegung, an den Zaunkämpfen, am 'Streetfightertum', am Bild vom Anarchismus in der Öffentlichkeit usw.
Das Produkt dieser Diskussionen ist die Schwarze Witwe heute. [...]
Desweiteren sind wir in der PULVERFASS-Föderation organisiert. Sie besteht aus ca. 30 Gruppen (und etlichen Einzelpersonen) im ganzen Bundesgebiet."
Auf einen oben erwähnten dritten Abschnitt der Geschichte der Zeitschrift wird im weiteren Text nicht eingegangen.

Standort: BdF Berlin: Nr.4 : SIGN.: A 096; GW Dortmund: 2.1987; TtE Köln: Nr. 3
ZDB-Ident.: 2560237-8
Literaturhinweise: "Pulverfasstreffen" in Bochum. - In: TAZ Nr. 2284, Seite 9 vom 15.08.1987
Bibliographien: Drücke: Zwischen, Nr.2/366
Quellen: Autopsie DadA Köln: Nr.3-4
Publikationsform: Zeitschrift, Regionalzeitschrift
Libertärer Bezug: anarchistisch
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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