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Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA
Abteilung: Periodika des Neoanarchismus
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: P2-P0000150

Freie Presse <Wetzlar>

Untertitel: Informationen, Meinungen & Analysen für jedermann (Nr.1-9); Informationen, Meinungen & Unterhaltung für jedermann (Nr.10-12, 14); freiheitlich-sozialistisch (Nr.2-3); freiheitlich-sozialistisches magazin (Nr.4-14 u. Sondernr.)
Einzeltitel: Arbeitslosigkeit. Sondernummer (Nr.6);
Atomzukunft. Sondernr. (Nr.9);
Anarchistischer Welt-Kongress Carrara '78 (Nr.13);
Ist Anarchismus organisierbar? Sondernummer 1981

Herausgeber: Herausgegeben, gemacht und getragen von anarchistischen Gruppen und Genossen aus dem Rhein-Main Gebiet (Nr.1-7); Herausgegeben, gemacht und getragen von anarchistischen Gruppen und Genossen aus dem Rhein-Main-Baden Gebiet (Nr.7-11); Herausgegeben und getragen von einem offenen Redaktionskreis in verschiedenen Städten (Nr.12)
Redaktion: Redaktionskollektiv; Bernd Elsner
Körperschaften: Impuls-Buchladen, Wetzlar
Verlag: An-Archia-Verlag
Druck: Neuland-Druck, Wetzlar (Nr.2-11); Reklame-Werkstatt G. Scheriau, Karlsruhe (Nr.12); Vereinigte genossenschaftliche Werkstätten, Karlsruhe (Nr.13-14)
Ort: Wetzlar
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1974) - Jg.6 (1979), 14 Nrn. u. Sondernr. 1981
Erscheinungsverlauf: Jg.1 [1974], Nr. 1 [Juni], 2, 3, 4
Jg.2 [1975], Nr. 5, 6 (Sondernr.), 7, 8, 9 (Sondernr.)
Jg.3 [1976], Nr. 10, 11
Jg.4 [1977], Nr. 12
Jg.5 [1978], Nr. 13 (Sondernr.)
Jg.6 [1979], Nr. 14 (Jul.)
Jg.7 (1980), keine Nummer erschienen
Jg.[8] [1981], Nr.[15] Sondernummer ohne Zählung

Erscheinungsweise: zweimonatlich; vierteljährlich; unregelmäßig
Auflage: 500 auf 3500
Preis: 1,- DM (1974); 1,50 DM (1978)
Typographie: Offset
Format: DIN A4
Rubriken: Leserbriefe; Nachrichten-Magazin
Beilagen: Was ist eigentlich Anarchismus? (DIN A5, 8 S., zur Veröffentlichung des An-Archia Verlages, in Nr.1);
Freie Presse (DIN A6, Reklamezettel, in Nr.3);
Bericht zur Lage 77/78 (DIN A4 Blatt, in Nr.12)

Bemerkungen: Die Freie Presse wollte nicht nur eine Zeitschrift aus der Szene für die Szene sein, sondern es wurde der Versuch unternommen ganz bewußt und gezielt aus dem selbstgewählten Ghetto auszubrechen und "anarchistische Ideen, Standpunkte und Meinungen einem breiten Publikum zugänglich zu machen". Entsprechend wurde "ihre Sprache, ihr Stil, ihre Thematik und ihre Aufmachung so angelegt, daß sie nicht nur Anarchisten, sondern auch 'normale' Menschen ansprechen kann". Kurz gesagt: "Ein Magazin, das man auch dem lieben Nachbarn verkaufen kann!" (zitiert aus: Selbstdarstellung. - In: Anares Katalog, 1980, S.15)
Gleichzeitig sollte die Zeitschrift, die von verschiedenen Gruppen gemeinsam gemacht wurde, auch nach innen als Kommunikationsorgan wirken und Aktionszusammenhänge herstellen. Bereits 1977 kam es aber zu einer ersten Krise, so daß die Zeitschrift über ein Jahr nicht erscheinen konnte.
In einem "Bericht zur Lage 77/78" (Beilage zu Nr.12) wurde die Situation analysiert und der Versuch unternommen das weitere Erscheinen zu sichern. Unter der Überschrift "Kurzer Rückblick" wurde auf das ursprüngliche Konzept noch mal Bezug genommen und die Ursachen der Krise benannt:
"Die Freie Presse entstand im Frühjahr 1974 aus der laufenden Diskussion verschiedener anarchistischer Gruppen im Rhein-Main Gebiet, die sich damals regelmäßig trafen. [...] Diese neue Zeitung baut auf einem gemeinsam erarbeiteten Konzept auf, mit zwei Hauptpunkten:
Nach AUSSEN sollte sie einen Typ von libertärer Zeitschrift (Magazin) werden, das ganz normale Menschen (also nicht nur Anarchisten oder bestimmte Zielgruppen) ansprechen sollte. Also eine Zeitschrift für Jedermann. [...]
Nach INNEN sollte die Zeitung Arbeitszusammenhänge zwischen den einzelnen Genossen und Gruppen in unserem Raum aufbauen, zunächst aber einmal das Kennenlernen fördern und eine regelmäßige Kommunikation schaffen, über die später einmal gemeinsame Aktionen und vielleicht eine regionale Organisation entstehen sollte.
Grob kann man sagen: Die Freie Presse als Zeitschrift hat das erste Ziel mehr als erreicht; das zweite Ziel jedoch nicht (oder kaum). Hieraus resultiert letztenendes auch die Krise, wegen der die Freie Presse nun über ein Jahr nicht erschienen ist."
"Die Hintergründe der Krise" (ein weiterer Abschnitt) wurden also in der mangelnden "Zusammenarbeit und Kommunikation unter den beteiligten Genossen" gesehen. Um das weitere Erscheinen zu sichern wurde folgerichtig eine zentrale Redaktionsgruppe in Wetzlar (um Horst Stowasser) ins Leben gerufen, die eine stabile, kontinuierliche Arbeit gewährleisten sollte, wobei eine überregionale Zusammenarbeit ausdrücklich nicht ausgeschlossen wurde. Die Freie Presse erschien dann allerdings nur noch mit drei Nummern in größeren Abständen bis 1981.

Beiträger: Bieser, Steve; Candelas, Juan; Fried, Erich; Hofmann, Thomas; Jarowoy, R.; Kamble, Arun; Kashdan, Silvya; Lindau, Dietrich; London, Jack; Meyer, Benno; Pross, Harry; Traven, B. (d.i. Ret Marut); Schmidt, Heidi; Schmitt, Helmut; Storch, Karl; Stowasser, Horst
Standort: IDA Amsterdam: SIGN.: B610; BdF Berlin: Nr.1-14 u. Sondernr. u. Beil. : SIGN.: A 039; IGA Bochum: 1978 (E); FES Bonn: 1.(1975) - 6.1979 (L=2) : SIGN.: Z 3120; DB Frankfurt a.M.: 1.1974 - 14.1979; TtE Köln: Nr.2 u. 5; CIRA Lausanne: H. 1.1974 - 14.1979 u. Sondernr. 1981 : SIGN.: 506; AnArchiv Neustadt: 1.1974 - 14.1979, Sondernr. u. Beilagen
ZDB-Ident.: 1010958-4
Literaturhinweise: Haug: Anarchistische Bewegung heute, S.274; Jenrich, S.127-129
Bibliographien: Deutschsprachige Bibliographie der Gegenkultur, S.74; Eberlein (1996), Nr.9288; Jenrich, Nr.110; VL(L)B
Quellen: Autopsie DadA Köln: komplett
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: anarchistisch
Bearbeitungsstand: 28.07.2020 | Bearbeiter: gh

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